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Für wen ist eine Schlittenprothese geeignet?

Eine Schlittenprothese ersetzt den innenseitigen Gelenkspalt. Daher ist sie dann geeignet, wenn nur ein Verschleiß im inneren Gelenkspalt besteht. Nicht geeignet ist die Schlittenprothese daher, wenn bereits fortgeschrittener Knorpelverschleiß (Arthrose) im äußeren Gelenkspalt oder hinter der Kniescheibe besteht. Des Weiteren muss das Kniegelenk gut beweglich sein, die Bänder des Kniegelenkes müssen erhalten und stabil sein. Gerne prüfen wir im Rahmen unserer Sprechstunde, ob eine Schlittenprothese für Sie in Frage kommt.

Roboter assistierte OP-Technik – Schlittenprothese

Das folgende Video zeigt das Einsetzen einer Schlittenprothese am Kniegelenk mit Hilfe eines haptischen, Operateurgesteuerten Roboterarms.

Die mediale Schlittenprothese

Das Persona® Partial Knie befindet sich seit 2016 im klinischen Einsatz. Es handelt sich um die Weiterentwicklung der bewährten ZUK Schlittenprothese. Es wurde in diesem Zeitraum schon mehr als 30.000-mal implantiert.

Die Schlittenprothese (Persona® Partial Knie, Fa. Zimmer Biomet) ist ein auf die individuellen Gegebenheiten des Patienten zugeschnittener Teilgelenkersatz. Es kommt zum Einsatz, wenn nur ein Teil des Kniegelenks von Gelenkverschleiß (Arthrose) betroffen ist. Das Implantat macht es möglich, lediglich die geschädigten Anteile des Gelenks zu ersetzen und den intakten Teil zu erhalten. Der äußere Gelenkspalt bleibt ebenso wie die Rückseite der Kniescheibe erhalten. Voraussetzungen sind eine Reihe von Faktoren, wie eine gute Beweglichkeit des Gelenkes und intakte Kreuz- und Seitenbänder.
Das Persona® Partial Knie besteht aus drei Komponenten: einer Oberschenkelkomponente aus einer Kobalt-Chrom-Metalllegierung, sie gehört zu den Standard-Materialien im künstlichen Gelenkersatz, einer Unterschenkelkomponente aus Titanlegierung und Gleitflächen aus verschleißbeständigem Spezialkunststoff. Die Komponenten sind in verschiedenen Größen, Stärken und anatomisch angepassten Formen erhältlich. Sie erlauben eine individuelle, an die anatomischen Gegebenheiten des Patienten angepasste Versorgung.

  • im klinischen Einsatz seit 2016, Weiterentwicklung der ZUK Schlittenprothese
  • Zahl der Implantationen: über 30.000
  • Material: Kobald-Chrom-Legierung (Oberschenkelkomponente), Titanlegierung (Unterschenkelkomponente), mit Vitamin E angereicherter Spezialkunststoff (Gleitflächen)
  • Zulassung durch unabhängige staatliche Institutionen: in allen wichtigen Ländern, darunter EU-Länder und USA

Welche Vorteile hat dieses Verfahren?

Schnelle Reha und weniger Komplikationen: Der große Vorteil der Schlittenprothese ist, dass nur der innenseitige Anteil des Gelenkspalts ersetzt wird. Zwar ist auch nur ein kleinerer, minimal invasiver Hautschnitt erforderlich, aber der wesentliche Vorteil liegt darin, dass weniger Kapsel, Bänder und Muskeln bei der Operation beeinträchtigt werden. Dadurch sind die Beschwerden nach der Operation in der Regel deutlich geringer als nach dem Einsetzen eines künstlichen Kniegelenkes. Daher verläuft die Rehabilitationsphase in der Regel deutlich schneller. Zusammen mit unserem Rapid Recovery Programm kommen Sie dadurch schneller wieder auf die Beine. Einen weiteren Vorteil zeigen wissenschaftliche Studien, unter anderem des renommierten British Medical Journals: allgemeine Komplikationen nach der OP, die beispielsweise das Herz- Kreislaufsystem oder andere Organe betreffen können, sind nach dem Einsetzen einer Schlittenprothese deutlich seltener.

Wilson HA et al.: Patient relevant outcomes of unicompartimal versus total knee replacement: systematic review and meta-analyses. BMJ 2019; 21:364. doi: 10.1136/bmj.I352

Müssen Schlittenprothesen öfter nachoperiert werden?

Die Endoprothesenregister zeigen, dass Wechseloperationen nach Schlittenprothesen im Vergleich zum kompletten künstlichen Kniegelenk häufiger sind. Die Gründe liegen nach unserer Einschätzung vor allem an zwei Faktoren. Erstens wird der äußere Gelenkspalt im Gegensatz zum künstlichen Kniegelenk nicht ersetzt -  hier kann sich hier auch nach Einsetzen der Schlittenprothese ein Gelenkverschleiß bilden. Zweitens ist der Wechsel von einer Schlittenprothese auf ein künstliches Kniegelenk deutlich einfacher als der Wechsel einer bereits eingesetzten Knieprothese. Somit werden vermutlich Patienten mit Restbeschwerden nach einer Schlittenprothese im Vergleich zu Patienten mit Beschwerden nach einem künstlichen Kniegelenk öfter nachoperiert.

Spielt die Erfahrung des einsetzenden Zentrums eine Rolle?

Ja, eine ganz Wesentliche. Die Daten des deutschen Endoprothesenregisters zeigen ganz eindeutig, dass Wechseloperationen in den Zentren, die viele Schlittenprothesen einsetzen, viel geringer sind. In diesen erfahrenen Zentren ist die Wahrscheinlichkeit einer Nachoperation nach Schlittenprothesen nur halb so hoch wie in Kliniken, die diesen Eingriff nur selten durchführen.

Jeschke et al.: Einfluss der Fallzahl pro Klinik auf die 5-Jahres-Überlebensrate des unikondylären Kniegelenksersatzes in Deutschland. Z Orthop Unfall 2018; 156:62-67. doi: 10.1055/s-0043-116490

Weitere Informationen zur Knie-Endoprothetik: